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Fachtagung: Rückenwind im ÖPNV für den Tourismus nutzen

Kalender 26.02.2020
Mapmarker DJH, Oldenburg | Straßburger Straße 6
 

Bei Verkehrsexperten und Touristikern in Niedersachsen gibt es großes Interese an Kur- oder Gästekarten, die auch als Fahrkarte für den Nahverkehr gelten. Das ist das Ergebnis einer ausgebuchten Fachtagung, die die Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) im Februar 2020 veranstaltet hat. Sie war überschrieben mit: „Doppelter Erfolg – „ÖPNV auf Kurkarte“, ein Gewinn für Gäste und Einheimische.“

Bei einer Umfrage unter den 80 Teilnehmern gaben am Ende 76 Prozent an, dass sie Anregungen mitnehmen oder sich weiter informieren wollen. Acht Prozent haben sich bereits zum Ziel gesetzt, eine Gästekarte mit eingeschlossenem ÖPNV einzuführen. Susanne Haack, Geschäftsführerin der LNVG betonte, dass der Zeitpunkt günstig sei, jetzt solche attraktiven Kombi-Angebote auf den Weg zu bringen. Die Debatte um die Verkehrswende und das Ziel CO2 einzusparen würden die Kombi-Karten stützen: „Wir haben starken Rückenwind für ÖPNV, von dieser Entwicklung kann auch der Tourismus profitieren.“ Wichtig sei, dass solche Gästekarten für die Nutzer einfach zu verstehen seien, es dürfe keine komplizierten Tarifbestimmungen geben. Die Kombination von Gäste- und Fahrkarte sei auch für Einheimische ein Gewinn. Mit dem Beitrag der Touristen werde der Busverkehr auch für sie gesichert und ausgebaut.

May-Britt Pürschel, Referatsleiterin für Tourismus und Kreativwirtschaft im Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung, sagte es sei eine „tolle Idee“ der LNVG, Touristiker und Verkehrsexperten zusammenzubringen. Nur so werde es funktionieren, so attraktive Angebote zu machen, dass weniger Gäste mit dem PKW anreisen oder ihn während des Aufenthalts am Urlaubsort stehen lassen. Als positives Beispiel nannte Pürschel das Angebot Hatix. Das Harzer Urlaubsticket gilt seit Anfang 2020 auch auf ausgewählten Linien in den niedersächsischen Landkreisen Goslar und Göttingen (Altkreis Osterode). Pürschel: „Das sollte auch auf andere Regionen in Niedersachsen übertragen werden.“

Die LNVG hatte fünf Referentinnen und Referenten nach Oldenburg geholt, die das Thema vielseitig betrachteten. Karsten Heinsohn (dwif-Consulting Gmbh), Jörn Fenske (Kurverwaltung Göhren), Christina Wibmer (GUTi-Koordinierung, Landratsamt Regen), Andreas Lehmberg (Harzer Tourismusverband e.V.) und Michael Frömming (Zweckverband Verkehrsverbund Süd-Niedersachsen) beantworteten außerdem ausführlich zahlreiche Fragen aus dem Publikum.